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Literaturclub

Gespräch, Literatur • 07.10.2026 • 03:00 - 04:10
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Originaltitel
Literaturclub
Produktionsland
CH
Produktionsdatum
2026
Gespräch, Literatur
Die US-amerikanische Schriftstellerin Emma Cline wurde mit ihrem Debütroman "The Girls" international bekannt. Sie schreibt über Macht, Abhängigkeit und die oft dunklen Dynamiken zwischen Menschen. Ihr aktuelles Buch "In die Schweiz" folgt einem demenzkranken Mann auf dem Weg zum begleiteten Sterben. Es lebt von fragmentarisch-assoziativen Gedanken auf dieser Abschiedsreise. Micha Lewinskys Roman "Freunde von früher" kreist unterhaltsam um die Frage: Was bleibt von den Überzeugungen der Jugend übrig, wenn man über fünfzig ist? Eine ehemalige Zürcher Wohngemeinschaft kann dreissig Jahre später das Haus kaufen, in dem sie früher zusammenlebte. Menschen, die sich einmal als alternativ und kapitalismuskritisch verstanden, müssen über Eigenkapital, Besitz und Rendite nachdenken. Was macht der Krieg aus einem Schriftsteller, der zum Soldaten wird? Artem Tschech trat nach Beginn des russischen Angriffskriegs in die ukrainische Armee ein. Er beschreibt den Menschen innerhalb der militärischen Maschine. Es geht um die Konfrontation mit Angst, Tod und Abstumpfung, um Kameradschaft und die Ambivalenzen des Soldatenlebens. Sein neues Buch "Musik für einen Soldaten" zeigt, wie die Musik für ihn zum seelischen Schutzraum innerhalb des Krieges wird. Was bleibt von einer Vergangenheit, über die niemand sprechen will? Shida Bazyars neuer Roman "Die Lücken" führt in ein fiktives deutsches Dorf. In seinen Häusern und den Familiengeschichten ist fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte gespeichert. Bazyars Dorf-Saga macht sichtbar, wo die Geschichtsschreibung Leerstellen hinterlässt und wo das Verdrängte noch die Gegenwart bestimmt. Der Roman gilt als aussichtsreicher Anwärter auf den deutschen Buchpreis. Die Bücher der Sendung sind: Emma Cline: "In die Schweiz" (Rowohlt) Micha Lewinsky: "Freunde von früher" (Diogenes) Artem Tschech: "Musik für einen Soldaten" (Klett-Cotta) Shida Bazyar: "Die Lücken" (Kiepenheuer & Witsch)