Blick zurück nach vorn – 250 Jahre Albertina Wie der Hase läuft, das zeigt die Wiener Albertina anlässlich ihres 250-Jahr-Jubiläums. "Sammeln für die Zukunft" nennt Direktor Ralph Gleis die hochkarätige Geburtstagsschau, bei der Albrecht Dürers Hase natürlich nicht fehlen darf. Erstmals seit 2019 ist diese ikonische Naturstudie wieder im Original zu sehen. Einen regelrechten Sturm auf das Markenzeichen des Hauses erwartet sich der Albertina-Chef, denn in der Geschichte der Kunstinstitution war der berühmte Feldhase insgesamt nur zehnmal ausgestellt. Doch damit nicht genug: zum Jubiläum wird nicht gekleckert, sondern mit Kunstwerken von Rubens, Raffael bis Klimt und Schiele geklotzt. Begonnen hat alles 1776: die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika ist gleichzeitig der Anfang der Albertina. Herzog Albert von Sachsen-Teschen und Erzherzogin Marie Christine von Habsburg-Lothringen, Lieblingstochter Maria Theresias, fassten den Entschluss, eine Sammlung aufzubauen. In ihrem Nachlass finden sich 150.000 Druckgrafiken und 1.300 Zeichnungen, aus heutiger Sicht im Wert von 32 Millionen Euro. Heute sind mehr als eine Million Kunstwerke im Besitz des bedeutenden Museums. Mit 1,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern zählt die Albertina zu den Publikumsmagneten der Stadt. Abseits eines prallvollem Ausstellungsreigens quer durch das Jubiläumsjahr, wird der Geburtstag am 4. und 5. Juli mit einem ausschweifenden Fest mit prominenten Unterstützern und dem Publikum bei freiem Eintritt gebührend gefeiert. Der "kulturMONTAG" hat sich umgesehen. Big, Bigger, Biggest – Das Metropolitan Museum of Art im Big Apple Einer der renommiertesten Kollegen von Ralph Gleis ist der Österreicher Max Hollein. Seit 25 Jahren leitet der Sohn des berühmten Architekten Hans Hollein Museen quer über den Erdball. Seine Laufbahn hat der 56-jährige Kunsthistoriker und Betriebswirt im Guggenheim Museum in New York begonnen, an der Seite des legendären Leiters Thomas Krens hat Hollein wesentliche Erfahrungen gesammelt. Seit 2018 ist er wieder zurück im Big Apple: als Direktor des Metropolitan Museum of Art, das mit einer Sammlung von zwei Millionen Werken zu den bedeutendsten Kunsttempeln der Welt zählt. Die Liebe zur Kunst wurde dem Österreicher quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Hans baute allein zehn Museen in aller Welt. Im Hause Hollein verkehrten Kunststars, etwa Joseph Beuys oder Claes Oldenburg. Max Holleins künstlerisches Erweckungserlebnis war seine erste Begegnung mit Francis Bacon. Im Alter von 15 Jahren erkannte er, dass Kunst nicht nur schön sein muss und Freude bereitet. Kunst ist ihm nahezu eine Obsession. Durch seine Manager-Qualitäten ist Hollein jüngst ein wirklicher Coup gelungen. US-Milliardär Ronald S. Lauder hat dem Met die legendäre neue Galerie geschenkt, deren Wert weit über einer Milliarde Dollar liegt – unter den 600 Kunstwerken auch Gustav Klimts Bild der "Goldenen Adele". Max Hollein ist live aus dem Metropolitan Museum zugeschalten und spricht in der Sendung über Mäzene und Schenkungen, die grundlegenden Unterschiede im Museumsbetrieb zwischen Europa und den USA, sowie die Auswirkungen der Regierung Trump auf die Kunstwelt. Steinalt, aber immer noch stürmisch – Die Stones mit neuem Album "Foreign Tongues", auf Deutsch "Fremde Zungen", heißt das neue Werk der Rolling Stones – das 25. Studioalbum mit 14 Songs der Rock-Veteranen, die vertraut klingen. Die Mechanismen ihres Erfolgs tun dies ebenso. Stilistisch gesehen macht die älteste Rockband der Welt dort weiter, wo sie 2023 auf ihrem letzten Album "Hackney Diamonds" wieder einmal angefangen hatte: mit einer Wiederbesichtigung längst bezogener Positionen. Zwei der drei verbliebenen Musiker der Band sind inzwischen über 80 Jahre alt. Tatsächlich macht sich unter Musikkritikerinnen und -kritikern allerspätestens seit "A Bigger Bang" aus dem Jahr 2005 der Eindruck breit, dass es eigentlich nur noch um das Ereignis geht, das die Gruppe immer gut in Szene zu setzen weiß. Frei nach Guy Debords sozialphilosophischer Schrift "Die Gesellschaft des Spektakels": was erscheint, ist gut. Was gut ist, erscheint". Wieviel von ihrem elektrisierenden musikalischen Elan konnte die Band von der Bühne ins Studio übertragen? Davon kann man sich im "kulturMONTAG" ein Bild machen. Im Interview verraten die Briten, wie es sich 64 Jahre nach der Bandgründung als Rolling Stone so lebt und arbeitet.